Die auflagenstarke SABAH spekuliert darüber, ob der Brand in Ludwigshafen, bei dem im Jahre 2008 neun türkischstämmige Bürger ums Leben kamen, auch das Werk der rechtsextremen Gruppierung um Beate Z. gewesen ist
Auswertung der tĂĽrkischen Zeitungen vom 14.11.2011
- NEONAZI-MORDSERIE: TĂśRKISCHE MEDIEN ERSCHĂśTTERT
Nach ersten Erkenntnissen und Bekanntwerden des rechtsextremistischen Hintergrunds der so genannten Döner-Mordserie und des Mordes an einer Polizistin dominiert das Thema die Berichterstattung der in Deutschland erscheinenden türkischen Tageszeitungen:
HÜRRIYET: FEILSCHEN UM EIN GESTÄNDNIS
Unter der Schlagzeile «Feilschen um ein Geständnis» macht die konservative HÜRRIYET ihre heutige Ausgabe auf und berichtet, dass spekuliert werde, dass die als Mitglied der rechtsextremen Gruppe inhaftierte Beate Z. plane, als Kronzeugin nur mit einer Mindeststrafe davonzukommen. Wie die Zeitung meldet, hat die Türkische Gemeinde in Deutschland (TGD) gestern in Berlin mit einer Veranstaltung den Opfern der Mordserie gedacht. Unter den Teilnehmern seien laut Zeitung auch die Vorsitzenden der Grünen, Cem Özdemir und Claudia Roth, gewesen.
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KOMMENTAR HĂśRRIYET: SCHLECHTE GERĂśCHE KOMMEN AUF!
«Es kommen schlechte Gerüche auf» betitelt der Leiter des Berlin-Büros der HÜRRIYET, Ahmet Külahci, seine heutige Kolumne. «Ihre einige Schuld war es, dass sie Ausländer waren», so Külahci über die neun Opfer der Döner-Morde. «Diese Menschen, die durch die Neonazis ermordet wurden, haben Steuern in diesem Land bezahlt, diese Menschen haben dazu beigetragen, dass dieses Land mit aufgebaut wurde, diese Menschen hatten nichts anderes vor, als in Frieden zu leben. Nun stellt sich heraus, dass der Verfassungsschutz mit den Tätern „in Verbindung“ gestanden haben könnte. Der Innenexperte der Union, Hans-Peter Uhl, meint, möglicherweise habe der Verfassungsschutz mehr über die Hintergründe der Taten gewusst, als bisher bekannt sei. Dietmar Bartsch, Vizechef der Linksfraktion im Bundestag, sieht hinter den neuen Erkenntnissen „einen Verfassungschutz-Skandal“. Wie wir sehen, kommen hinter den „Serienmorden“ viele schlechte Gerüche auf», so Külahci weiter.
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SABAH: IST DER BRAND VON LUDWIGSHAFEN AUCH DEREN TAT?
Die auflagenstarke SABAH spekuliert darüber, ob der Brand in Ludwigshafen, bei dem im Jahre 2008 neun türkischstämmige Bürger ums Leben kamen, auch das Werk der rechtsextremen Gruppierung um Beate Z. gewesen ist. Nach dem Großbrand sei ein Verdächtiger mit dem Namen Holger G. vernommen und wieder freigelassen worden. Jetzt müsse noch geklärt werden, ob es sich um dieselbe Person handelt, die nun auch in Hannover festgenommen worden ist. Nach dem auch Verbindungen zum Verfassungsschutz bekannt geworden seien, fragten sich viele, «ob der Staat hinter den Morden steckt», so die Zeitung. ----
KOMMENTAR SABAH: NACH DEM RASSISTISCHEN MASSENMORD
Für Mikdat Karaalioglu, Chefredakteur der SABAH-Europa-Ausgabe geht es um nicht weniger als «das größte rassistische Verbrechen in Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg» Er schreibt: «Terroristen mit rassistischem Hintergrund haben vor den Augen der Öffentlichkeit den größten Massenmord der Nachkriegszeit in der Bundesrepublik verübt und die Polizei kam erst nach 11 Jahren zufällig auf die Spur der Täter auch die Medien haben geschlafen. Ohne Zweifel: Wenn acht Deutsche mit der gleichen Tatwaffe ermordet worden wären, wären die Medien nicht so uninteressiert geblieben. Den Opfern wurden damals ohne Beweise Verbindungen zur Wett und Drogen-Mafia unterstellt. Sogar auf dem Rücken der Opfer wurde damals eine türkenfeindliche Stimmung geschaffen. Die Hintergründe dieses rassistischen Massenmordes mitten in Deutschland sind empörend. Je mehr Tatsachen ans Tageslicht kommen, desto mehr staunen wir», so Karaalioglu. ----
TÜRKIYE: SCHLÄFT DER VERFASSUNGSSCHUTZ?
«Schläft der BfV?» fragt die national-islamische TÜRKIYE auf ihrer Titelseite und kann es nicht verstehen, dass das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) nicht früher über die Aktivitäten der rechtsextremen Gruppe informiert war. ----
RADIKAL: AGENT DES VERFASSUNGSCHUTZES?
RADIKAL fragt in ihrer Online-Ausgabe «War einer der Neonazi-Dönermörder ein Agent des Verfassungsschutzes?». Die drei Neonazis, die für den Mord an acht Türken, einem Griechen und einer Polizisten verantwortlich seien, gehörten der rechtsextremen Terrororganisation „Thüringer Heimatschutz“ an, von deren Führer es jetzt heiße, er sei Agent des Verfassungsschutzes, so die Zeitung.
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