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Großbritannien legt Referendum auf Eis und setzt Ratifizierungsprozess aus
Von Oliver Cromwell ist viel die Rede in diesen Tagen, die Geschichtsbeflissenen unter den britischen Kommentatoren ziehen ihn gern zu Vergleichen heran, den General, der die Monarchie davonjagte. So wie dem aufmüpfigen Lord Protector werde es auch der europäischen Verfassung ergehen, flüstern sie, falls man den Ratifizierungsprozess nicht stoppe.
Zum Entsetzen seiner Anhänger wurde Cromwells Leichnam ausgegraben, als die Royalisten wieder an der Macht waren, und zwar nur, um den Toten öffentlich hinzurichten. Die EU-Verfassung sei so mausetot, wie es damals der Rebellengeneral war, tönt es quer durch alle Parteien.
Wer jetzt partout weitermache, riskiere nur die nächste demütigende Schlappe. Die Sun liefert prompt die passende Umfrage zu diesem Stimmungsbild: Hätten die Briten heute abzustimmen, würden sie das ungeliebte Europa-Papier mit einer Mehrheit von 72 Prozent ablehnen.
In diesem Umfeld wollte Außenminister Jack Straw am Montagnachmittag eine Pause verkünden und im Unterhaus erklären, dass das Kabinett das Gesetzgebungsverfahren für ein Referendum auf Eis legt. In der englischen Presse ist schon seit Tagen von einem "geordneten Rückzug" die Rede, bei dem es nur darum gehe, irgendwie das Gesicht zu wahren und die Kontrahenten nicht zu sehr zu verprellen.
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