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Der Sprecher der Bundesregierung, Béla Anda, teilt mit: "Bild" und "ddp" unterschlagen statistischen Effekt der Arbeitsmarktreform.

Die "Bild"-Zeitung berichtet in ihrer Ausgabe vom 24. Juni 2005 auf Seite 1, die Zahl der Arbeitslosen betrage im Juni 2005 knapp 4,75 Millionen und schreibt in diesem Zusammenhang, dass diese Zahl "unverändert um 513.000 höher als vor einem Jahr" liege. Die Nachrichtenagentur ddp hat diese "Bild"-Meldung ohne weitere eigene Recherchen am 24. Juni 2005 ebenfalls verbreitet. Unabhängig davon, dass die Zahl der Arbeitslosen für den Monat Juni noch als spekulativ bewertet werden muss, weil sie erst am 30. Juni 2005 von der Bundesagentur für Arbeit veröffentlicht wird, ist festzuhalten, dass die beiden genannten Medien in ihren Berichten einen unzulässigen direkten Vergleich mit den Arbeitslosenzahlen des Vorjahresmonats herstellen. Ein solcher Vergleich ist so wenig korrekt wie der direkte Vergleich von Temperaturangaben in Grad Fahrenheit mit Temperaturangaben in Grad Celsius. Unterschlagen wird der statistische Effekt der Arbeitsmarktreform Hartz IV, auf den ein Großteil des Anstiegs zurückgeht. Fakt ist, dass es am Arbeitsmarkt und somit auch in der Arbeitslosenstatistik seit Anfang des Jahres 2005 einen Systemwechsel gab, ohne dessen Berücksichtigung ein statistischer Vergleich mit dem Vorjahr nicht korrekt ist: die Zusammenlegung von Arbeitslosen- und Sozialhilfe. Seit diesem Zeitpunkt sind in den Arbeitslosenzahlen rund 400.000 ehemalige Sozialhilfeempfänger enthalten, die bisher nicht in der Statistik auftauchten, obwohl sie ohne Arbeit waren. Aufgrund der Arbeitsmarktreform Hartz IV werden diese Menschen nun aus dem Schattendasein der bloßen Versorgung als Sozialhilfeempfänger herausgeholt und als Arbeitslose gezählt und behandelt. Sie erhalten damit endlich auch neue Fördermöglichkeiten und Chancen. Die Bundesregierung hatte seit dem Herbst letzten Jahres wiederholt auf den statistischen Effekt der Arbeitsmarktreform hingewiesen.
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Dienstag, 22. Mai 2012
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