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Menschenrechtler: Nach wie vor "systematische" Folter in der Türkei

- "Folterer werden vom Staat beschützt" = Istanbul, 27. Juni (AFP) - In der Türkei wird nach Einschätzung von Menschenrechtlern nach wie vor systematisch gefoltert. Daran habe auch die von der Regierung postulierte "Null-Toleranz-Politik" nichts geändert, erklärte der Menschenrechtsverein IHD nach einem Bericht der Zeitung "BirGün" vom Montag. Anlässlich des von der UNO ausgerufenen Tages zur Unterstützung von Folteropfern erklärte der IHD, die "systematische Folter" in der Türkei gehe weiter mit Straffreiheit für die Täter und die Verantwortlichen einher. In der auf der Website des Menschenrechtsvereins IHD veröffentlichten Erklärung hieß es, nicht die Täter müssten die Staatsmacht fürchten, sondern die Opfer. Damit spielte der IHD auf die Tatsache an, dass Folterer in der Türkei nur selten vor Gericht gestellt werden. Die Bekämpfung der Folter ist eine der Hauptforderungen der EU an den Beitrittskandidaten Türkei. Die Regierung von Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan räumt ein, dass es nach wie vor vereinzelt Misshandlungen gibt, betont aber, der zur völligen Beseitung der Folter notwendige Mentalitätswandel bei den Sicherheitskräften brauche Zeit. Der IHD forderte, zur besseren Folterbekämpfung müssten nicht nur die Täter selbst, sondern auch ihre Vorgesetzten und die verantwortlichen Politiker entlassen werden. Nach Angaben des IHD wurden im vergangenen Jahr in der Türkei 843 Menschen von den Sicherheitskräften gefoltert oder misshandelt, das sind im Durchschnitt mehr als zwei Fälle pro Tag.
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Samstag, 19. Mai 2012
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