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Griechischer Regierungschef nimmt Einladung nach Ankara an. Karamanlis und Erdogan geben Startschuss für Gas-Pipeline
Seit 1999 haben sich Athen und Ankara einander angenähert; die griechische
Regierung unterstützt die EU-Ambitionen der Türkei.
Evros, 3. Juli (AFP) - Der griechische Ministerpräsident Kostas Karamanlis
will der Türkei in Kürze einen offiziellen Besuch abstatten. Karamanlis habe
eine Einladung seines türkischen Kollegen Recep Tayyip Erdogan nach Ankara
angenommen, teilte sein Pressebüro am Sonntag am Rande einer Zeremonie zum
Startschuss für eine gemeinsame Gas-Pipeline mit. Ein Datum gebe es noch
nicht. Es wäre die erste Visite dieser Art seit 1959. Erdogan war im Mai 2004
offiziell in Athen. Das Verhältnis zwischen beiden Ländern ist vor allem wegen
des Streits um Zypern, aber auch wegen territorialer Ansprüche in der Ägäis
schwierig.
Seit 1999 haben sich Athen und Ankara einander angenähert; die griechische
Regierung unterstützt die EU-Ambitionen der Türkei. Unter Erdogan und
Karamanlis, die eine persönliche Freundschaft verbindet, haben sich die
Beziehungen weiter entspannt. Gemeinsam gaben sie am Sonntag den Startschuss
für die erste Gas-Pipeline zwischen den beiden Ländern. Bei einer Zeremonie
auf einer Brücke über den Grenzfluss Evros betonten die Regierungschefs die
"historische" und "strategische" Bedeutung des Projekts. Die von der EU
teilfinanzierte Pipeline sei "voller Symbolik und ein Schritt vorwärts für
eine bessere Zusammenarbeit in Handel, Energie, Verkehr und Tourismus", sagte
Karamanlis.
Der 300 Kilometer lange Pipeline-Abschnitt, der zu zwei Dritteln durch
türkisches Gebiet führt, soll Gas aus Aserbaidschan und anderen
Kaukasus-Staaten nach Europa transportieren. Die Leitung soll 2006 in Betrieb
gehen und anfangs eine Kapazität von 3,5 Milliarden Kubikmeter Gas pro Jahr
haben. Diese soll später auf 11,5 Milliarden Kubikmeter gesteigert werden. Die
Baukosten der Pipeline werden auf insgesamt rund 290 Millionen Euro geschätzt.
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