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Streit um Überwachung von Moscheen - Zentralrat der Muslime kooperationsbereit - Grüne empört über CSU-Forderung

--Von Martin Roy-- Berlin (ddp). Der Vorstoß der Union zur stärkeren Überwachung von Moscheen zum Schutz vor religiösen Fanatikern stößt bei den Muslimen prinzipiell auf Zustimmung. Eine engere Zusammenarbeit der islamischen Gemeinden mit den Behörden sei nicht nur Bürgerpflicht, sondern diene auch der Sicherheit der Muslime selbst, sagte der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime in Deutschland, Nadeem Elyas, im Interview der Nachrichtenagentur ddp. Dagegen wies Grünen-Chefin Claudia Roth die Forderungen der Union als beschämend zurück. Bayerns Innenminister Günther Beckstein (CSU) hatte gefordert, die Überwachung der muslimischen Gemeinden in Deutschland zu verschärfen. «Wir müssen von jeder Moschee wissen, was dort passiert», sagte er und appellierte an die muslimischen Gemeinden, stärker mit den Sicherheitsbehörden zu kooperieren. Elyas sagte, «Entgleisungen islamischer Prediger» seien nicht akzeptabel. Man dürfe aber die rund 2000 Moscheen in Deutschland nicht unter den Generalverdacht stellen, dass sie Horte des Terrorismus seien. Islamistische Terroristen, welche die Anschläge in New York, Madrid oder London verübt hätten, seien «zumeist nicht in Moscheen sozialisiert» gewesen. Forderungen, alle Moscheen zu kontrollieren, halte er für übertrieben, weil dort in der Regel nichts Verbotenes geschehe. Elyas beklagte zugleich, dass vor allem viele islamische Jugendliche in Deutschland bis heute das Gefühl hätten, im Land nicht erwünscht zu sein. Hier müsse die deutsche Gesellschaft positive Signale setzen. Es gebe «auf der anderen Seite der Gesellschaft» auch Gruppierungen, die sich negativ über Ausländer und Muslime äußerten, und niemand komme auf die Idee, derartige Entgleisungen der ganzen Gesellschaft anzulasten, sagte Elyas. Der Vorsitzende des Islamrats, Ali Kizilkaya, rief dazu auf, alle kriminellen Handlungen anzuzeigen. Dazu zählten auch Volksverhetzung und geistige Brandstiftung. Roth warf der Union vor, die Anschläge in London mit mehr als 50 Toten wahltaktisch auszuschlachten. Becksteins Forderungen seien «verheerend». «Er stellt damit alle Moslems unter Generalverdacht. Wir dagegen sagen, dass man die Balance von Sicherheit und Freiheit wahren muss», sagte Roth. Die Parteichefin schlug vor, mehr Polizisten mit interkulturellem Hintergrund einzustellen. Hassprediger müssten bestraft werden. Die Integration von Ausländern müsse schon früh in den Kindergärten und Schulen beginnen. «Aber man kann nicht die Moscheen pauschal zur Brutstätte der Gefahr erklären», betonte Roth.
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Samstag, 19. Mai 2012
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