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KOMMENTAR des Tages: Note für 2005 Von: Sami KOHEN - Milliyet

  

 

Note für 2005 "Gut"

 

Können wir das zu Ende gehende Jahr 2005 in Bezug auf die türkische Außenpolitik als ‚ein gutes Jahr’ bezeichnen? Meine Antwort auf diese Frage lautet ‚ja’.  Das bedeutet natürlich nicht, dass bei den Außenbeziehungen der Türkei alles gut gelaufen ist und alle Erwartungen erfüllt wurden. Aber bei der Bewertung sollte man die Leistungen bezüglich bestimmter Entwicklungen in dem 365 tägigen Prozess in Betracht ziehen. Also, um zu einem richtigen Ergebnis zu kommen, muss man das gesamte Bild von einer gewissen Entfernung betrachten… Aus dieser Perspektive gibt es eine Reihe von positiven Entwicklungen in der türkischen Diplomatie im Jahr 2005.

 

Die hauptsächlichsten Themen in der türkischen Außenpolitik sind zusammengefasst:

 

Auf dem Wege zur Integration in die EU:

Ankara zeigte große Bemühungen, um sich in die EU zu integrieren. Der Beschluss der EU am 3. Oktober, die Verhandlungen mit der Türkei beginnen zu lassen, bildet einen Meilenstein in der Geschichte.

 

Zusammenarbeit mit den USA:

2005 wird als ein Jahr in Erinnerung bleiben, in dem die türkisch-amerikanischen Beziehungen nach einer ‚Krise’ wieder in die richtige Schiene gebracht worden sind. Die gegenseitigen Besuche und intensive Kontaktaufnahme auf hoher Ebene haben die Beziehungen gegen Jahresende in eine Phase ‚strategischer Zusammenarbeit’ gebracht.

 

Sackgasse Zypern:

In Bezug auf Zypern wurde auch das Jahr 2005 in die Liste der Jahre eingetragen, in denen die Frage diskutiert und nicht gelöst worden ist. Die EU-Mitgliedschaft der Zyperngriechen hat die Lösungschance verringert. Dennoch hat sich die türkische Diplomatie beachtlich angestrengt, damit der Isolierung der TRNZ ein Ende gesetzt wird, und ist zum Teil auch erfolgreich dabei gewesen. Trotz aller Schwierigkeiten hat die TRNZ ihre Existenz und ihr Image verbessern können.

 

Regionale Initiativen:

Die türkische Diplomatie hat im Jahre 2005 zahlreiche aktive Initiativen in ihrer Region aufgenommen. Sie bemühte sich intensiv um die rege Teilnahme der Sunniten an den Wahlen im Irak. Istanbul wurde zur Bühne der Aufnahme der Beziehungen zwischen Pakistan und Israel. Die türkischen Führer bemühten sich bei ihren Besuchen in Israel und Palästina, die betreffenden Seiten miteinander zu versöhnen. Im Rahmen der Islamischen Konferenz Organisation gab die Türkei den islamischen Ländern bedeutende Botschaften in Bezug auf politische Reformen…

 

Die Türkei bemühte sich einerseits, ihre Beziehungen mit ihren Nachbarn Syrien und dem Iran, die den Unmut des Westens auf sich zogen, zu verbessern und andererseits nahm sie Initiativen auf, um die Krise und die Spannung zu verhindern. In einer kritischen Atmosphäre verfolgte Ankara eine aktive, aber ausgeglichene Politik in der Region.

 

Öffnung:

Der Ministerpräsident und der Außenminister unternahmen eine Reihe von Auslandsbesuchen. Ein Teil der Besuche betraf Themen wie EU, Zypern, Irak, usw. Und ein anderer Teil wurde realisiert, um sich den weit entfernten Gebieten (vom Balkan bis Kaukasien, von Afrika bis Australien) zu öffnen… Dabei übernahm die Türkei auch die Mission des ‚Treffens der Zivilisationen’ und bekam die UN-Unterstützung dafür.

 

Kurz gesagt:

Hat die Türkei im Jahre 2005 eine dynamische, initiativenreiche Außenpolitik verfolgt. Ankara hat mit neuen Initiativen versucht, eine regionale, ja sogar eine globale Rolle zu übernehmen und vieldimensionale Beziehungen anzuknüpfen, indem es seine Prioritäten bezüglich seiner Hauptvision und Ziele bewahrte.

 

Mit objektivem Maßstab gemessen verdient die türkische Außenpolitik für das Jahr 2005 die Note ‚Gut’.   (Europress)

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Samstag, 19. Mai 2012
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