Je weiter die Verhandlungen mit der EU voranschreiten, desto klarer wird die Dimension der für die EU-Anpassung notwendigen Ausgaben. Einigen Vermutungen nach braucht man allein zur Anpassung an die Umweltstandards der EU einen Investitionsbetrag i.H.v. 35 - 40 Mrd Dollar in den kommenden paar Jahren. Einschliesslich anderer Investitionen zur Anpassung an die EU sollen die jaehrlichen Investitionsausgaben der staatlichen und privaten Sektoren jaehrlich um 50 - 60 Mrd Dollar erhöht werden. Eine zusaetzliche Investitionsausgabe in diesem Masse sieht für unser Land unmöglich aus. Man rechnet damit, dass die fixen Kapitalinvestitionen der Türkei in diesem Jahr 75 Mrd Dollar erreicht haben. Dieser Betrag, der 25% des Nationaleinkommens ausmacht, kommt der Obergrenze sehr nahe und ein Versuch, diese Grenze zu überschreiten, kann andere Probleme auslösen. Es wird auch mitgeteilt, dass die Steuer- und Verschuldungsquellen, die bei der Steigerung der jaehrlichen Ersparnisse gebraucht werden können, auch an die Obergrenze reichen. Wenn sich unser Land, das im vergangenen Jahr 79 Mrd und in diesem Jahr 99 Mrd YTL fixes Kapital investiert hat, bemüht, seine Ausgabengrenze zu erhöhen, kann der Inflationsdruck steigen.
Wir wissen, dass es nicht leicht sein wird, die Wirtschaft an die EU-Standards anzupassen. Die meisten der 35 zu besprechenden Themen betreffen die Wirtschaft und bedürfen grosser Investitionsausgaben.
Auch wenn uns von auslaendischen Quellen einigermassen Unterstützung und Kredit gewaehrt wird, werden diese Betraege im Vergleich zu den grossen Bedürfnissen ziemlich gering bleiben. Es sieht so aus, als waere es unvermeidlich, dass wir die zusaetzlichen Quellen mit den Ersparnissen im Inland decken. Obwohl die Einnahmequellen wie Steuern, Auslandsschulden sowie Hilfen bis heute bis zur Grenze aufgebraucht sind, sind noch grosse Quellen vorhanden, von denen man noch keinen Gebrauch machte. Wir sollten Arbeiten aufnehmen, um diese Quellen zu mobilisieren.
Von diesen zusaetzlichen Quellen kann man dann Gebrauch machen, wenn die nicht registrierten Einkommen und Vermögen registriert werden. Bis heute wurden gegen die nicht registrierte Wirtschaft etliche Massnahmen getroffen, die zu keinem Ergebnis führten. Das ist einer der hauptsaechlichsten Gründe, warum wir die Quellenfrage in der Wirtschaft nicht lösen konnten.
Die Bürger, die ihre Einkommen und Vermögen bekannt geben, sollten belohnt werden, anstatt sie mit zusaetzlichen Steuern zu bestrafen wie bisher. Sie sollten sogar einige Steuervergünstigungen bekommen. Z.B. könnte derjenige, der sein Einkommen und Vermögen registrieren laesst und die Ergebnisse veröffentlicht, 5 Jahre lang steuerfrei leben. Solche und aehnliche Belohnungen könnten die Investitionsquellen unseres Landes in unglaublich grossem Masse erhöhen.